Studienprojekt Raumplanung · Beleg zu Geodaten & Vermessung

Drei thematische Karten aus QGIS

Stadtgemeinde Horn, Niederösterreich. Aus einer flächendeckenden Nutzungskartierung entstehen drei Karten: Wirtschaft, Bildungseinrichtungen und Freiraumstrukturen. Erstellt mit QGIS 3.40, klassifiziert über einen eigenen Ausdruck, ausgegeben über Drucklayouts. Die Karten sind als Abbildungen 22–24 im Endbericht des Projekts abgedruckt.

Das Projekt zu Raumplanung ist eine Lehrveranstaltung im Bachelor Landschaftsplanung an der BOKU. Bearbeitet wurde die Stadtgemeinde Horn im Waldviertel: Gemeindeprofil, Analyse, Bedarfsabschätzung und zwei Entwürfe. Die Datengrundlage dafür war eine eigene Nutzungskartierung – jedes Gebäude, jedes Grundstück und jeder Straßenabschnitt im Erhebungsgebiet wurde vor Ort begangen und in einem strukturierten Attributschema erfasst.

Diese Erhebung war Kursleistung: Das Gemeindegebiet war in zehn Erhebungsgebiete geteilt, die von den Gruppen getrennt aufgenommen und danach zu einem Datensatz zusammengeführt wurden. Aus dem gemeinsamen Datenbestand entstehen die drei Karten hier – Klassifikation, Symbolisierung, Layout und Export habe ich gemacht.

Der Unterschied ist wichtig, weil er den Beleg beschreibt: Nicht „ich habe eine Gemeinde kartiert", sondern „ich kann aus einem erhobenen Datenbestand eine lesbare thematische Karte machen und die Regel dahinter offenlegen". Genau das steht unten – die Klassifikationsregel ist als Ausdruck abgedruckt und nachlesbar.

Was davon meine Arbeit ist

  • Kartenerstellung in QGIS – Klassifikation, Symbolisierung, Legenden, Drucklayout, Export der drei Karten.
  • Mit erhoben – die Nutzungskartierung ist eine Leistung der Lehrveranstaltung über zehn Erhebungsgebiete, nicht meine allein.
  • Nicht von mir – die Grundlagenlayer (Kataster, Straßennetz) und die Hintergrundkarte von basemap.at.

Der Endbericht ist eine Gruppenarbeit von fünf Bearbeiter*innen (Gruppe HORN4D, BOKU, SS 2026). Die Abbildungen 22–24 tragen dort die Quellenangabe „eigene Nutzungskartierung erstellt 2026".

Auf einen Blick

  • QGIS 3.40 „Bratislava"
  • Projekt-CRS EPSG:31256 (MGI Austria GK Ost)
  • 11.740 Nutzungsflächen, 3.173 Gebäude, 1.781 Straßenabschnitte im Grundlagenbestand
  • 2.148 Gebäude und 2.156 Grundstücke im bereinigten Erhebungsdatensatz
  • 5 Drucklayouts, 7 kategorisierte Darstellungen

Die drei Karten

Karte der Stadtgemeinde Horn mit farbig hervorgehobenen Gebäuden nach Wirtschaftsnutzung: Beherbergung, Gastronomie, Lebensmitteleinzelhandel, Einzelhandel, Handelseinrichtung, Mischnutzung, Leerstand, Landwirtschaft und produzierendes Gewerbe, mit Legende und Maßstabsleiste.
Abbildung 22 – Wirtschaftsdarstellung. Zehn Nutzungsklassen des Handels, der Gastronomie, der Beherbergung, der Landwirtschaft und des produzierenden Gewerbes, dazu Leerstand. Sichtbar wird die Handelsdichte entlang der Prager Straße und der Sonderstandort „Goldene Meile" im Westen. Maßstabsleiste und Nordpfeil im Kartenbild.
Karte der Stadtgemeinde Horn mit hervorgehobenen Erziehungs- und Bildungseinrichtungen in drei Farben für Bildungseinrichtung, Kindergarten und Schule, dazu Gemeindegrenze, Krankenhaus, Kirchen und Bahnhof, mit Legende.
Abbildung 23 – Erziehungs- und Bildungseinrichtungen. Drei Klassen (Bildungseinrichtung, Kindergarten, Schule) vor der Gemeindegrenze und den Orientierungspunkten Krankenhaus, Kirche und Bahnhof. Die Karte zeigt die im Bericht beschriebene räumliche Bündelung der Schulstandorte nahe dem Stadtzentrum.
Karte der Stadtgemeinde Horn mit Freiraumstrukturen in fünf Kategorien: Wald, Park und Grünfläche, Platz und Promenade, Sportanlage und Spielplatz, jeweils farbig oder mit Schraffur dargestellt, mit Legende.
Abbildung 24 – Freiraumstrukturen. Fünf Freiraumtypen: Wald, Park und Grünfläche, Platz und Promenade, Sportanlage, Spielplatz. Schraffuren statt Vollflächen für die beiden Anlagentypen, damit die darunterliegende Parzellenstruktur sichtbar bleibt.

Alle drei Karten sind Ausschnitte aus dem Endbericht (Seiten 28, 30 und 32), in Druckauflösung aus der PDF-Fassung entnommen. Ein Klick vergrößert.

Wie die Karten entstanden sind

1 Erhebung im Gelände Zehn Erhebungsgebiete, je Gebäude, Grundstück und Straßenabschnitt ein Datensatz. Kursleistung.
2 Zusammenführung 33 gebietsweise Layer werden zu vier Layern verschmolzen: Gebäude, Grundstücke, Straßen, Landschaftselemente.
3 Bereinigung Doppelte und unvollständige Objekte fallen weg: 2.282 → 2.148 Gebäude, 2.237 → 2.156 Grundstücke.
4 Klassifikation & Layout Kategorisierte Darstellung über einen Ausdruck, Legende, Maßstab, Nordpfeil, Export aus dem Drucklayout.
Nachvollziehbar aus den Projektdateien: Layernamen, Objektzahlen und Layoutnamen sind ausgelesen, nicht geschätzt.
SchrittErgebnis in den DateienObjekte
Gebietsweise ErhebungKatierung_HORN.gpkg – 33 Layer, benannt i_horn_… bis x_horn_…10 Gebiete
Zusammenführungkartierung_horn_zusammengefuehrt.gpkg – gebaeude, grundstuecke, strassen, landschaftselemente2.282 / 2.237 / 809 / 11
BereinigungKartierung_bereinigt.gpkg – dieselben vier Layer, plus gespeicherte Stile2.148 / 2.156 / 913 / 11
GrundlagenKartengrundlagen_Horn.gpkg – Nutzungsflächen, Gebäude, Grundstücke, Straßen, Grenzen, Erhebungsgebiete11.740 / 3.173 / 7.637 / 1.781
KartenausgabeDrucklayouts Kartierung_Gebäudenutzung, Kartierung_Freiraeum1, Kartierung_Strassen, Katierung_Straßen_Hochformat, HORN4D_Flächenauswahl5 Layouts

Das Datenmodell der Erhebung

Die Karten sind nur so gut wie das Schema darunter. Erhoben wurde nicht „Nutzung" als Freitext, sondern je Objekt ein Satz eindeutiger Felder – deshalb lässt sich dieselbe Erhebung für drei verschiedene Karten auswerten, ohne die Daten anzufassen.

LayerFelderErhobene Merkmale
Gebäude
2.148 Objekte
35 Erhebungsgebiet, Geschosse, Neubau, Gebäudetypologie, 18 einzelne Ja/Nein-Felder je Nutzungsart (Wohnen, Landwirtschaft, produzierendes Gewerbe, Lebensmitteleinzelhandel, sonstiger Handel, Beherbergung, Gastronomie, öffentliche Verwaltung, Schule, Kindergarten, Bildung, Arzt, Apotheke, Pflege, sonstige Gesundheit, Erholung/Freizeit/Kultur, Nebennutzung, Sonstiges), Leerstand mit Anmerkung
Grundstücke
2.156 Objekte
20 Katastralgemeinde, Grundstücksnummer, Erhebungsgebiet, Baulandnutzung, Innenentwicklungspotenzial, Freiraumtyp, flächige Landschaftselemente, Parkplatz – jedes Merkmal mit eigenem Anmerkungsfeld
Straßen
913 Objekte
40 Straßennetz-Basisdaten (Name, Knoten, Länge, Fahrstreifen, Tempolimit, Einbahn, Widmung) ergänzt um drei eigene Felder: Erhebungsgebiet, Kategorie, Beschreibung des Straßenraums
Landschaftselemente
11 Objekte
5 Punktobjekte mit Elementtyp und Anmerkung

Die Feldnamen stammen unverändert aus den Projektdateien, Tippfehler in den Originalfeldern eingeschlossen. Sie sind hier wiedergegeben, damit nachvollziehbar ist, worauf die Klassifikation zugreift.

Die Klassifikationsregel

Ein Gebäude kann mehrere Nutzungen zugleich tragen – ein Wohnhaus mit Greißler im Erdgeschoss trägt beide Häkchen. Eine Karte braucht aber je Objekt eine Farbe. Die Reihenfolge der Bedingungen ist deshalb die eigentliche fachliche Entscheidung: Sie legt fest, welche Nutzung eine andere überschreibt. Der Ausdruck steht so im QGIS-Projekt:

CASE
  WHEN ("Nutzung_Lebensmitteleinzelhandel" = true AND "Nutzung_Wohnen" = true)
                                            THEN 'Mischnutzung'
  WHEN "Nutzung_Schule"              = true THEN 'Schule'
  WHEN "Nutzung_Kindergarten"        = true THEN 'Kindergarten'
  WHEN "Nutzung_Bildung"             = true THEN 'Bildungseinrichtung'
  WHEN "Nutzung_Arzt"                = true THEN 'Arztpraxis'
  WHEN "Nutzung_Apotheke"            = true THEN 'Apotheke'
  WHEN "Nutzung_Pflege"              = true THEN 'Pflegeeinrichtung'
  WHEN "Nutzung_sonst_Gesundheit"    = true THEN 'Gesundheitseinrichtung'
  WHEN "Nutzung_Wohnen"              = true THEN 'Wohnen'
  WHEN "Nutzung_Landwirtschaft"      = true THEN 'Landwirtschaft'
  WHEN "Nutzung_Prod_Gewerbe"        = true THEN 'Produzierendes Gewerbe'
  WHEN ("Nutzung_sonst_Einzelhandel" = true OR "Nutzung_sonst_Handel" = true
        OR "Nutzung_Lebensmitteleinzelhandel" = true)
                                            THEN 'Handel'
  WHEN "Nutzung_Beherbergung"        = true THEN 'Beherbergung'
  WHEN "Nutzung_Gastronomie"         = true THEN 'Gastronomie'
  WHEN "Nutzung_Öffentliche Verwaltung" = true THEN 'Öffentliche Verwaltung'
  WHEN "Nutzung_Erholung_Freizeit_Kultur" = true THEN 'Freizeit'
  WHEN "Leerstand_Geschäft"          = true THEN 'Leerstand'
  WHEN "Nebennutzungen"              = true THEN 'Garage/Schuppen'
  WHEN "Nutzung_sonst"               = true THEN 'Sonstige Institution'
END

Wiedergabe aus dem QGIS-Projekt; Feldnamen und Klassenbezeichnungen sind gegenüber dem Original nur dort korrigiert, wo Tippfehler den Lesefluss stören würden. Die Logik ist unverändert.

Für die Grundstücke gilt dieselbe Bauart mit drei Prioritätsstufen: Erst wird geprüft, ob ein Innenentwicklungspotenzial vorliegt – Baulücke, geringfügig bebaut, Konversionsfläche, Gewerbebrache, leerstehende Hofstelle oder leerstehendes Gebäude. Erst danach greift die Baulandnutzung, zuletzt der Freiraumtyp. Ein leerstehendes Wohngebäude fällt so unter „Wohngebäude leer" und nicht unter „Wohnen"; genau darum geht es in einer Analyse der Innenentwicklung.

Grenzen dieses Belegs

  • Studienarbeit, kein Berufsprojekt. Die Karten stammen aus einer Lehrveranstaltung im Sommersemester 2026, nicht aus einem Auftrag.
  • Kein Download der Projektdaten. Die GeoPackages enthalten amtliche Grundlagendaten und die gemeinsame Erhebung des Kurses. Weder Lizenz noch Urheberschaft lassen sich für eine Veröffentlichung sauber trennen, deshalb liegt hier keine Datei zum Herunterladen. Für ein Bewerbungsgespräch zeige ich das Projekt am Bildschirm.
  • Was ich nicht behaupte: keine Berufserfahrung mit GIS, keine ArcGIS-Praxis, keine Geodateninfrastruktur, keine Datenbankmodellierung, kein PyQGIS. Belegt ist die Arbeit mit QGIS auf dem hier gezeigten Niveau: Datenzusammenführung, Attributmodell, regelbasierte Klassifikation, Layout und Export.
  • Geoprocessing: Zusammenführen und Bereinigen der Erhebungslayer ist belegt und in den Dateiständen ablesbar. Analysen darüber hinaus – Verschneidungen, Puffer, Netzwerkanalysen – waren nicht Teil dieser Karten und werden hier auch nicht behauptet.

Weiterlesen

Zurück zum Einstieg für Geodaten und Vermessung · weitere räumliche Analyse im Naschmarkt-Projekt · Datenqualität maschinell geprüft im PIM-Werkzeug.