Agentenlauf · Ausbaustufe zu Bauprojekte vorsortieren

Aus einem Rundbrief eine Arbeitsliste

Marktbeobachtung kommt selten als saubere Tabelle. Sie kommt als Rundbrief, als Newsletter, als Absatz in einer Mail – und wer daraus eine Arbeitsliste machen will, liest und tippt ab. Ein Regelwerk kann damit nichts anfangen, weil es Spalten braucht. Hier übernimmt ein Agent den Schritt davor: Er löst die Projekte aus dem Fließtext heraus und übergibt sie an dieselben drei Kriterien, die nebenan schon die Tabelle einstufen.

Derselbe Fall, aber ab dem unstrukturierten Text. Der Lauf ist aufgezeichnet und im Browser nachvollziehbar: Was der Agent aus dem Rundbrief herausgelesen hat, was er verworfen hat und wo die Regel danach übernimmt.

Auf einen Blick

  • Eingabe: ein Rundbrief als Fließtext, keine Tabelle
  • Der Agent löst die Projekte heraus und übergibt an dasselbe Regelwerk
  • Der Lauf ist aufgezeichnet und im Browser nachvollziehbar
  • 18 Regeltests, dieselben wie beim Regellauf

Der Lauf, Schritt für Schritt

aufgezeichnet

Die Stufen davor bekommen ihre Daten fertig serviert: eine CSV-Datei mit sauberen Spalten. Diese Stufe fängt eine Ebene früher an – bei einem Bauträger-Rundbrief, in dem die Vorhaben in Fließtext, in einer Tabelle und in einer Aufzählung stehen. Der Agent liest ihn, überträgt die Vorhaben in das Schema, bewertet sie mit demselben Regelwerk wie Version 1, recherchiert die offenen Angaben über die Websuche und entwirft für die Projekte der obersten Klasse eine Kontaktaufnahme.

Fünf Schritte, von denen zwei bewusst ohne Modell laufen: Das Regelwerk und die Prioritätsvergabe bleiben da, wo sie in Version 1 waren. Das Modell extrahiert, recherchiert und formuliert – es stuft nicht ein.

01Quelle lesen unstrukturierter Rundbrief, ohne Modell
02Übertragen ins Schema, jedes Feld mit wörtlichem Zitat
03Regelwerk dieselben drei Kriterien, ohne Modell
04Recherche Websuche zu den offenen Angaben
05Mensch liest die Entwürfe, gibt frei oder nicht

Aufgezeichnet wird kein Standbild, sondern ein Protokoll: jeder Schritt mit Eingabe, Ausgabe, Quelle, Token und Dauer. Die Demo spielt es ab. Der Quelltext liegt dem Protokoll bei, und beim Anzeigen wird jeder Beleg, jede Kontaktadresse und jede recherchierte Angabe im Browser des Besuchers erneut gegen diesen Text gehalten. Ein Screenshot würde behaupten, dass so ein Lauf stattgefunden hat; das Protokoll zeigt es.

Wo der Agent etwas behaupten könnteWas dagegen steht
Beim Übertragen ein Feld füllen, das die Quelle nicht hergibt Jedes gefüllte Feld braucht ein wörtliches Zitat. Fehlt es oder findet es sich nicht im Text, wird der Lauf gar nicht erst gespeichert.
Eine Recherche als Treffer ausgeben, ohne etwas gefunden zu haben Ein Treffer ohne Quelle mit URL wird beanstandet. „Nichts gefunden“ ist ein zulässiges und ausdrücklich vorgesehenes Ergebnis.
Eine Kontaktadresse erfinden oder von woanders herholen Empfängername und Adresse müssen wörtlich in der Quelle stehen. Sonst gilt der Entwurf als nicht freigebbar.
In der Nachricht Erfahrung behaupten, die nirgends belegt ist Der Prompt verbietet Angaben über das Büro; unter jedem Entwurf steht, auf welche Angabe aus dem Datensatz er sich stützt.

Was der Lauf ergeben hat

Aufgezeichnet am 27. August 2026 mit claude-opus-5. Der Lauf dauerte 5 Minuten 45 Sekunden und kostete 1,89 USD – der weitaus größte Teil davon entfällt auf die Websuche, die pro Suche umfangreichen Text zurückliefert.

SchrittErgebnis
Übertragen 9 Vorhaben aus 3.598 Zeichen Fließtext, Tabelle und Aufzählung – 76 Belege, alle wörtlich in der Quelle wiedergefunden
Regelwerk 3× hoch, 2× mittel, 3× niedrig, 1× unklar – ohne Modellbeteiligung
Recherche 6 Suchen. Fünf davon ohne belastbares Ergebnis – und genau das ist der Nachweis: Die Lücken blieben offen, statt plausibel gefüllt zu werden. Nur die Frage zum Rechtsrahmen lieferte echte Quellen mit URL.
Entwürfe 3 Nachrichten für die Klasse „hoch“. Jede Empfängeradresse steht wörtlich in der Quelle – keine wurde erfunden oder woanders hergeholt.

Die Nachprüfung im Browser meldet null Beanstandungen: kein nicht auffindbarer Beleg, kein Empfänger außerhalb der Quelle, kein geschätzter Wert.

Grenzen dieses Laufs

Alle Vorhaben, Firmen und Kontaktdaten in der Quelle sind erfunden – deshalb findet die Recherche zu ihnen nichts. Für eine Ansprache echter Unternehmen gelten DSGVO und § 174 TKG; das ist vor dem ersten Versand zu klären, nicht danach. Einen Sendeweg hat dieses Werkzeug ohnehin nicht.

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Was das Modell ausdrücklich nicht tut

Es vergibt keine Priorität, füllt keine fehlenden Felder und schätzt keine Flächen. Die Einstufung entsteht in Schritt 03, und dort läuft kein Modell – es sind dieselben drei Kriterien wie in Version 1, unverändert aus lead_radar.py.

Auch die Recherche darf nichts ergänzen: Findet sie nichts, bleibt die Angabe offen. Ein geschätzter Wert wäre hier besonders schädlich, weil er zwei Schritte später in einer Nachricht stünde, die an ein Unternehmen geht.