Kundendokument · Beleg zu Technik & Kunde
Vom Befund zum Angebot
Eine Diagnose ist für den Kunden noch kein Ergebnis. Er will wissen, was zu tun ist, was es kostet und was ausdrücklich nicht dabei ist – und zwar in einem Dokument, das er weiterreichen kann. Genau dieser Schritt fehlt in den meisten technischen Portfolios: Sie hören auf, wenn der Fehler gefunden ist.
Der Schritt nach der Diagnose. Ein Musterangebot mit Positionsliste und nachgerechneter Summe, zwei ausdrücklichen Ausschlüssen und einer Nachfassnotiz – die Zahlen stammen aus einer Positionsliste, nicht aus dem Gefühl.
Auf einen Blick
- Musterangebot als A4-PDF, aus einer Positionsliste gerechnet
- Zwei ausdrückliche Ausschlüsse
- Nachfassnotiz mit der Annahme, an der alles hängt
- Positionsliste als CSV
5 · Die Kundenlösung
Was ein Kunde davon hätte
Die erfundene Anfrage lautet: „In unserer Wohnung sind über die Jahre Lampen von drei verschiedenen Marken zusammengekommen. Jede hat ihre eigene App. Abends alles auszuschalten dauert länger, als es sollte, und manchmal übersehen wir etwas. Lässt sich das zusammenführen?“
Das ist dieselbe Ausgangslage wie oben – nur aus der Perspektive von jemandem, der die Anlage nicht gebaut hat. Aus dem technischen Fall wird damit ein Auftrag mit Umfang, Annahmen und Grenzen.
| Nr. | Leistung | Stunden | Betrag |
|---|---|---|---|
| 1 | Bestandsaufnahme und Wegezuordnung Jedes Gerät aufnehmen und feststellen, über welchen Weg es tatsächlich erreichbar ist. Enthält den Fall, dass der offizielle Weg des Herstellers nicht trägt und ein zweiter gesucht werden muss. | 3 | 195,– € |
| 2 | Zusammenführung an einer Stelle Zentrale einrichten, alle Geräte aufnehmen, Räume und Bezeichnungen vergeben. | 4 | 260,– € |
| 3 | Zwei Szenen einrichten Abendszene und Ausschaltszene, beide auf einem Schalter, unterschieden durch kurzen Druck und Halten. | 2 | 130,– € |
| 4 | Zustandsverwaltung für Geräte ohne Rückmeldung Je Gerät ein Merker, Setzen und Räumen in beiden Szenen, Prüfung an allen Schaltwegen. | 3 | 195,– € |
| 5 | Dokumentation Geräteliste mit Anbindungsweg, Abhängigkeitskette, Fehlerpunkte mit erstem Prüfschritt. | 2 | 130,– € |
| 6 | Übergabe und Einweisung Gemeinsamer Durchgang, beide Szenen, die Grenzen der Lösung, was im Störfall zuerst zu prüfen ist. | 1 | 65,– € |
| Summe | 15 | 975,– € |
Zwei Ausschlüsse, die zeigen, worum es geht
Keine Elektroinstallation. Keine Arbeiten an Verteilern, Leitungen oder Wandschaltern. Das ist Sache eines konzessionierten Elektrobetriebs, und ich bin keiner. Ein Angebot, das diese Grenze nicht zieht, ist an genau der Stelle unseriös, an der es darauf ankommt.
Keine Zusage für fremde Wolkendienste. Geräte, die nur über die Wolke ihres Herstellers erreichbar sind, hängen von diesem Dienst ab. Fällt er aus, ist das von hier aus nicht zu beheben – siehe Störfall V-04.
Die Annahme, an der alles hängt
Die Merker-Lösung setzt voraus, dass nach der Übergabe nicht mehr über die Hersteller-Apps geschaltet wird. Das steht als Annahme im Angebot, nicht im Kleingedruckten – und mit der Alternative daneben: Wer diese Bedingung nicht herstellen kann, bekommt die einfache Variante, die alle Geräte anspricht. Mehr Befehle, aber keine unsichtbare Voraussetzung.
Dieselbe Ehrlichkeit steht in der Nachfassnotiz: Sie empfiehlt ausdrücklich den Weg, bei dem weniger verdient wird, falls er der richtige ist.
Die Nachfassnotiz
Ein Angebot ohne Antwort ist der Normalfall. Die Notiz soll nicht drängen, sondern die Entscheidung kleiner machen: Sie bietet an, bei Position 1 anzufangen – drei Stunden, danach wissen beide Seiten, ob sich der Rest lohnt –, stellt eine einzige konkrete Frage und macht das Absagen ausdrücklich leicht.
Musterangebot und Nachfassnotiz (PDF, 3 Seiten) Positionen (CSV)