Arbeitsprobe · Beleg zu Daten & Prozesse und Digitalisierung
Ein Dokument, ein Modell, neun Prüfungen
Ein Sprachmodell liest 16 Seiten Fachtext und liefert 13 Datensätze – jeden mit Seitenzahl und wörtlichem Zitat. Danach entscheidet kein zweites Modell, ob das stimmt, sondern ein Zeichenvergleich gegen das Original: Steht das Zitat wirklich dort? Auf der genannten Seite? Steht der Kennwert im Zitat? Steht die Quelle im Literaturverzeichnis? Was durchfällt, wird nicht übernommen.
Die Regelwerke unter Digitalisierung arbeiten auf Text, den ich selbst geschrieben habe – Anfragen, Produktdaten, Ausschreibungstexte. Das ist ein Heimspiel. Diese Seite verlässt es: Das Dokument ist ein 77-seitiges Fachdokument mit Nummerierung, Tabellen, Normzitaten und 75 Literaturstellen, und die Aufgabe verlangt vom Modell etwas, das es nicht erfinden kann – eine Seitenzahl, die stimmen muss.
Genau darin liegt der Punkt. Eine Zusammenfassung kann man nicht widerlegen. Ein wörtliches Zitat mit Seitenangabe kann man nachschlagen – und das tut hier ein Skript, für jeden Datensatz, in Bruchteilen einer Sekunde.
Vier Läufe sind aufgezeichnet: Claude Opus 5, Claude Sonnet 5 und
Claude Haiku 4.5 mit zeichengleicher Anfrage, dazu ein vierter Lauf
ohne erzwungenes Antwortschema. Die Prüfsumme der Anfrage steht in
jeder Aufzeichnung – fb815946c87ff94f… bei allen vier.
Das Ergebnis vorweg, weil es die interessantere Hälfte ist: Zwei der vier Läufe belegten alle 13 Datensätze seitengenau. Einer traf 6 von 13. Und drei von vier stolperten an derselben Stelle – über einen Fehler in meiner Aufgabenstellung, nicht in ihrer Arbeit.
Was davon meine Arbeit ist
- Das Dokument – meine Bachelorarbeit, BOKU Wien 2026. Sie ist hier Eingangsmaterial, nicht Thema.
- Der Aufbau – Feldliste, Sollmenge, kontrolliertes Vokabular, die neun Prüfungen, der Ablauf mit Fehlerpfad und Freigabe. Vier Skripte, 2026 für dieses Portfolio entstanden.
- Nicht von mir – die Modellantworten. Sie sind unverändert aufgezeichnet, samt der Fehler.
Kein Auftrag, keine Berufserfahrung mit Dokumentextraktion. Eine Arbeitsprobe.
Auf einen Blick
- 16 Seiten Eingabe · 13 Unterkapitel als Sollmenge
- 4 aufgezeichnete Läufe, eine Anfrage
- 9 Prüfungen je Datensatz, Fehlerklassen E1 bis E6
- 52 geprüfte Datensätze, 16 Befunde
- 5 bewusst erzeugte Testfälle, alle erkannt
- 48 Regeltests, alle bestanden
- Gesamtkosten aller vier Läufe: 57,5 Cent
Der Fall
Eingabe ist Kapitel 4 der Arbeit, gedruckte Seiten 19 bis
34: „Leistungsrelevante Planungsparameter im Überblick“. Der
Text geht unverändert und vollständig an das Modell, mit einer Marke
[Seite N] vor jeder Seite. Ohne diese Marke könnte
kein Modell eine Seitenzahl nennen, und die Belegprüfung hätte nichts
zu prüfen.
| Feld | Verlangt | Prüfbar, weil … |
|---|---|---|
kapitel | Nummer des Unterkapitels | … das Inhaltsverzeichnis genau 13 kennt |
titel | Überschrift wie im Dokument | … sie im Inhaltsverzeichnis steht |
seite | gedruckte Seitenzahl | … jede Seite ihre Zahl trägt |
zitat | 40 bis 300 Zeichen, wörtlich | … Zeichenketten vergleichbar sind |
kennwert | Zahlenwert aus dem Zitat, sonst null | … die Zahl im Zitat stehen muss |
einheit | Einheit dazu, sonst null | — |
quelle | Literaturangabe an der Stelle, sonst null | … das Literaturverzeichnis 75 Einträge hat |
zielgroesse | einer von sechs erlaubten Werten | … das Vokabular festliegt |
Die Sollmenge ist nicht meine Erfindung
- Kapitel 4 hat 13 Unterkapitel, 4.1.1 bis 4.4.3.
- Das Skript zieht sie aus dem Inhaltsverzeichnis der Arbeit und bricht ab, wenn es nicht genau 13 findet.
- Damit ist Vollständigkeit eine Zahl und keine Einschätzung: 11 von 13 sind zwei Auslassungen.
Das Vokabular auch nicht
- Die fünf Zielgrößen – Spitzenabfluss, Rückhaltevolumen, Infiltration, Verweilzeit, Grundwasserschutz – stehen wörtlich auf Seite 35 der Arbeit.
- Der sechste erlaubte Wert heißt „nicht angegeben“. Kein Modell soll raten müssen, um das Schema zu erfüllen.
Die Seitenzuordnung wurde kontrolliert, bevor irgendein Modell den Text sah
Die gedruckte Seite 19 ist die PDF-Seite 27 – davor liegen Titelei, Verzeichnisse und Kurzfassungen in römischer Zählung. Jede Textseite trägt ihre gedruckte Zahl als letzte Zeile; das Skript liest sie ab und vergleicht sie mit dem erwarteten Versatz von 8. Ergebnis: 0 Abweichungen über 69 Seiten. Stimmte auch nur eine nicht, bräche das Skript ab – ohne verlässliche Zuordnung wäre jede Aussage „Zitat steht auf Seite N“ wertlos.
Ein Datensatz, wie er zurückkommt
Aus dem Lauf von Claude Sonnet 5, unverändert. Rechts steht, was die Prüfung damit macht.
| Feld | Wert | Prüfung |
|---|---|---|
kapitel | 4.1.3 | eines der 13 · ok |
titel | Kolmation — zeitliche Degradation der Resultatgröße | gleich dem Verzeichnis · ok |
seite | 20 | liegt in 19–34 · ok |
zitat | „Der Median-Ksat sinkt über 72 Wochen um 73 % von 186 auf 51 mm/h (Le Coustumer et al. 2012).“ | wörtlich auf Seite 20 gefunden · ok |
kennwert | 73 | Zahl steht im Zitat · ok |
einheit | % | — |
quelle | Le Coustumer et al. 2012 | im Literaturverzeichnis · ok |
zielgroesse | Infiltration | im Vokabular · ok |
Die neun Prüfungen
Keine davon fragt ein Modell. Alle neun vergleichen Zeichenketten mit dem Dokument oder zählen. Rechts steht die Fehlerklasse, die ein Befund auslöst.
| Nr. | Frage | Bei Befund | Gegenmaßnahme |
|---|---|---|---|
| P1 | Sind Schema, Vokabular und Sollkapitel eingehalten? | E6 Strukturfehler | Schema-Validierung |
| P2 | Liegt die genannte Seite in Kapitel 4? | E6 Strukturfehler | Schema-Validierung |
| P3 | Steht das Zitat wörtlich im Dokument? | E2 Halluzination | verwerfen |
| P4 | Steht es auf der genannten Seite? | E3 Quellenfehler | Citation-Check |
| P5 | Steht der Kennwert im Zitat? | E1 Faktischer Fehler | Quelle prüfen |
| P6 | Steht die Quelle im Literaturverzeichnis? | E4 Kontextfehler | Kontext erweitern |
| P7 | Stimmt der Titel mit dem Inhaltsverzeichnis? | E4 Kontextfehler | Kontext erweitern |
| P8 | Sind alle 13 Unterkapitel vertreten? | E5 Auslassung | Vollständigkeitscheck |
| P9 | Fehlt nichts mitten aus dem Zitat? | E5 Auslassung | Vollständigkeitscheck |
Was die Prüfung ausdrücklich nicht entscheidet
Ob ein Zitat die Kernaussage seines Kapitels trifft, und ob eine Zielgrößenzuordnung fachlich richtig ist. Beides braucht einen Menschen. Solche Fälle heißen hier „nicht bewertbar“ und werden nicht als bestanden gezählt – dieselbe Unterscheidung wie beim Lead-Radar, wo „nicht erfüllt“ und „nicht bewertbar“ zwei verschiedene Spalten sind.
Fehlerlogbuch
16 Befunde über vier Läufe und 52 Datensätze. Sie gruppieren sich in sieben Muster. Alle sind aufgezeichnet und im Browser nachprüfbar – keiner ist nacherzählt, keiner erfunden.
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F1 · Die Seitenzahl wandert nach hinten
E3 · hoch 10 Fälle · Haiku 4.5, beide LäufeDas Zitat steht wörtlich im Dokument, aber eine Seite weiter als angegeben: „nicht auf Seite 32 – sondern auf 33“. Immer in dieselbe Richtung, und immer erst in der zweiten Hälfte des Kapitels. Die Marken
[Seite N]sind für alle Modelle dieselben; Opus 5 und Sonnet 5 trafen mit denselben Marken 13 von 13.Gegenmaßnahme: P4 vergleicht seitengenau, nicht nur dokumentweit. Ohne P4 wäre der Fehler unsichtbar – das Zitat ist ja echt.
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F2 · Aus dem Zitat verschwindet die Quellenangabe
E5 · mittel 1 Fall · Haiku 4.5Das Zitat lautete: „… für weniger als 10 % der Gesamtwasserbilanz verantwortlich ist, werden während der Wachstumsperiode …“. Im Dokument steht dazwischen „(Dagenais et al. 2018)“. Die Klammer fiel weg – das Zitat gibt sich als wörtlich aus und hat die Zuschreibung verloren.
Gegenmaßnahme: P9 sucht Anfang und Ende des Zitats getrennt auf der Seite. Liegen beide da und ist der Abstand größer als das Zitat, benennt die Prüfung die weggelassene Stelle im Wortlaut.
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F3 · Aus „drei bis fünf“ wird „3 bis 5“
E1 · hoch 1 Fall · Haiku 4.5Das Zitat schreibt die Zahl aus: „jährlich drei bis fünf Prozent der Herstellungskosten“. Das Modell trug
3 bis 5ein. Inhaltlich richtig – und trotzdem ein Wert, der sich am Zitat nicht nachprüfen lässt. Genau dafür ist P5 da: Sie sagt nicht „falsch“, sie sagt „ansehen“. -
F4 · … und aus „drei bis fünf“ wird „drei bis fünf“
E1 · hoch 2 Fälle · Opus 5 und Sonnet 5Dieselbe Stelle, umgekehrtes Verhalten: Opus 5 und Sonnet 5 blieben beim Wortlaut und schrieben
neun bis zwölfbeziehungsweisedrei bis fünfin ein Feld, das einen Zahlenwert verlangt. P5 meldet „enthält keine Zahl“.Das ist ein Befund über meine Aufgabenstellung, nicht über die Modelle. Drei von vier Läufen stolpern an derselben Stelle, weil das Feld
kennwertnicht sagt, was zu tun ist, wenn das Dokument eine Zahl ausschreibt. Der Befund bleibt stehen und die Feldbeschreibung ebenfalls – korrigiert wäre das eine Zeile, und ein Beleg dafür, wie eine unscharfe Spezifikation aussieht, wäre weg. -
F5 · Ohne Schema kommt eine nackte Liste zurück
E6 · niedrig–mittel 1 Fall · Lauf ohne erzwungenes SchemaDer vierte Lauf stellte dieselbe Frage ohne
output_config.format. Zurück kam eine Liste statt des Objekts, das die Weiterverarbeitung erwartet – das Felddatensaetzefehlte. Die Aufgabenstellung nennt dieses Feld nirgends; das tut sonst das Schema. Genau das ist der Punkt: Ohne Schema muss die Weiterverarbeitung raten, wo die Daten stehen. -
F6 · … und ein Markdown-Codeblock drumherum
E6 · niedrig–mittel 1 Fall · derselbe Lauf```jsonvorn,```hinten. Das Skript entfernt beides – aber es vermerkt, dass es das tun musste. Stillschweigend zu reparieren hieße, den Unterschied zwischen den beiden Läufen zu verwischen. -
F7 · Ein großgeschriebener Anfangsbuchstabe
kein Fehler 1 Fall · Lauf ohne SchemaDas Zitat begann mit „Während“, im Dokument steht an der Stelle „während“ – Satzmitte. Das ist normale Zitierpraxis und keine Halluzination. Die Prüfung stuft es deshalb nicht als E2 ein, zählt den Datensatz aber auch nicht als belegt: Er bekommt den Status „nicht wörtlich“. Zeichengenau war verlangt, zeichengenau ist es nicht.
Zwei Klassen traten nicht auf – deshalb wurden sie erzeugt
In keinem der vier Läufe gab es eine echte Halluzination (E2) oder eine erfundene Quelle (E4). Eine Prüfung, die nie anschlägt, sieht aber wie eine bestandene Prüfung aus und ist keine. Fünf Fehler wurden deshalb absichtlich in einen sonst sauberen Datensatz eingebaut. Diese fünf Zeilen sind keine Modellfehler – sie tragen in jeder Ausgabe die Herkunft „bewusst erzeugter Testfall“ und werden nirgends mitgezählt.
| Nr. | Eingebaut | Erwartet | Gefunden von |
|---|---|---|---|
| T1 | ein plausibler Satz, der nirgends im Kapitel steht | E2 | P3 · erkannt |
| T2 | „Mühlbacher et al. 2024“ – gibt es im Verzeichnis nicht | E4 | P6 · erkannt |
| T3 | ein falscher Kapiteltitel | E4 | P7 · erkannt |
| T4 | „Verdunstungsleistung“ als Zielgröße | E6 | P1 · erkannt |
| T5 | der Kennwert 412, der im Zitat nicht vorkommt | E1 | P5 · erkannt |
Der erste Durchlauf meldete vier Fehler, die keine waren
Beim ersten Lauf der Prüfung standen vier Quellenangaben als „nicht im Literaturverzeichnis“ da: Huang et al. (2025), Rujner (2024), Galli et al. (2021) und Nazarpour et al. 2023; Spraakman, Drake 2021. Alle vier stehen dort. Meine Zerlegung der Zitationen kam mit Klammern nicht zurecht und mit zwei Quellen in einer Angabe erst recht nicht.
Ein zweiter Fall derselben Art: Sonnet 5 zitierte „Der ÖNORM-Mindestwert von 1×10⁻⁵ m/s“. Im ausgelesenen Text steht dort ein Zeilenumbruch mitten im Wort. Auch das war ein Fehler meiner Textaufbereitung, kein Fehler des Modells.
Beides ist korrigiert – die Zitationszerlegung liefert jetzt Paare
aus Nachname und Jahr und kommt mit mehreren Quellen zurecht, und der
Vergleich sieht über Trennstriche am Zeilenende hinweg, auf
beiden Seiten, statt zu raten, ob Volumen- und ein
Umbruch war oder nicht. Der Fall steht hier, weil er die eigentliche
Lehre trägt: Bevor man einem Modell einen Fehler vorwirft,
prüft man die Prüfung. Die Zahlen dieser Seite stammen aus
dem Lauf nach der Korrektur.
Fehlerlog vor der Korrektur (CSV)
Dieselben vier Läufe, geprüft mit der fehlerhaften Fassung: 23 statt 16 Befunde. Die sieben Zeilen Unterschied sind fünf Quellenangaben („Huang et al. (2025)“ kommt in zwei Läufen vor), das Zitat mit dem Trennstrich und ein Zitat, das nur groß statt klein anfing. Zwei weitere Zeilen sind nicht verschwunden, sondern umgezogen: Aus zwei angeblichen Halluzinationen wurden eine falsche Seitenzahl (E3) und die weggelassene Klammer aus F2 (E5).
Modellvergleich
Dieselbe Anfrage an drei Modelle, dazu ein vierter Lauf ohne
erzwungenes Schema. Der thinking-Parameter wurde
bewusst nicht gesetzt: So ist der Request bei allen
dreien zeichengleich. Dass Opus 5 und Sonnet 5 dabei von sich aus
denken und Haiku 4.5 nicht, ist eine Eigenschaft der Modelle und keine
Einstellung dieses Vergleichs – man sieht es an den Ausgabetokens.
| Lauf | Zitat wörtlich | seitengenau | Quelle im Verz. | ohne Befund | Befunde | Tokens ein/aus | Dauer | Kosten |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Opus 5 | 13/13 | 13/13 | 11/13 | 12/13 | 1 | 30.347 / 8.513 | 86,1 s | 36,46 ct |
| Sonnet 5 | 13/13 | 13/13 | 13/13 | 12/13 | 1 | 30.347 / 8.450 | 69,0 s | 14,52 ct |
| Haiku 4.5 | 12/13 | 6/13 | 11/13 | 6/13 | 8 | 22.698 / 1.893 | 20,8 s | 3,22 ct |
| Haiku 4.5 ohne Schema | 12/13 | 8/13 | 10/13 | 8/13 | 6 | 22.209 / 2.144 | 17,8 s | 3,29 ct |
Vollständigkeit ist keine Spalte, weil sie nichts unterscheidet: Alle vier Läufe lieferten 13 von 13 Unterkapitel. Bei „Quelle im Verzeichnis“ sind die fehlenden Fälle keine falschen Quellen, sondern Datensätze ohne Quellenangabe – an der zitierten Stelle steht keine.
Wie die Kosten gerechnet sind
- Tokenzahl laut Dienst, mal Listenpreis je Million, Stand 2. September 2026.
- Opus 5: 5 $ ein / 25 $ aus · Sonnet 5: 2 / 10 · Haiku 4.5: 1 / 5.
- Sonnet 5: 30.347 ⁄ 10⁶ × 2 $ + 8.450 ⁄ 10⁶ × 10 $ = 0,1452 $.
- Gerechnet, nicht abgerechnet. Kein Rabatt, keine Steuer, keine Mindestabrechnung.
Woher der Kostenunterschied kommt
- Nicht aus der Eingabe: Opus 5 und Sonnet 5 lesen dieselben 30.347 Tokens.
- Sondern aus der Ausgabe. 8.450 statt 1.893 Ausgabetokens sind fast vollständig Denkschritte, die in der Antwort nicht auftauchen – und die bezahlt werden.
- Haiku 4.5 zählt die Eingabe anders (22.698 statt 30.347). Andere Modellfamilie, anderer Tokenizer.
Die Entscheidung – für diesen Fall
Sonnet 5. Es liefert dieselbe Belegqualität wie Opus 5 – 13 von 13 Zitaten wörtlich und seitengenau – zu 40 % der Kosten und war der einzige Lauf, in dem jeder Datensatz eine Quelle trug, die im Literaturverzeichnis steht. Der einzige Befund ist derselbe wie bei Opus 5 und liegt an meiner Feldbeschreibung.
Haiku 4.5 ist damit nicht schlechter, sondern ungeeignet für diese eine Anforderung. Seine Zitate stimmen (12 von 13 wörtlich); es verliert bei der Seitenzuordnung. Für eine Aufgabe ohne Seitenbeleg – Klassifizieren, Sortieren, Vorfiltern – wäre es bei einem Fünftel der Kosten von Sonnet 5 und einem Drittel der Zeit die naheliegende Wahl. Für Belegpflicht ist es das nicht.
Was dieser Vergleich nicht leistet
- Ein Lauf je Modell, ein Dokument, eine Aufgabe. Das ist keine Stichprobe und keine Modellbewertung.
- Modelle antworten nicht gleich. Zwei Läufe von Haiku 4.5 im Ablauf weiter unten ergaben 6 und dann 2 Befunde – dasselbe Modell, dieselbe Anfrage.
- Keine Rangliste. „Für diesen Fall“ ist keine Floskel: Die Anforderung Seitenbeleg entscheidet hier alles.
- Keine anderen Anbieter geprüft. Verglichen wurden drei Modelle einer Familie, weil dafür ein Zugang vorlag.
Wo ich kein Modell einsetze
Nicht als allgemeine Warnung, sondern als vier Entscheidungen, die in genau diesem Projekt gefallen sind – jede mit dem, was stattdessen geschah.
| Frage | Entscheidung | Warum |
|---|---|---|
| Darf ein Modell das Wienerberg-Konzept lesen? | Nein. Nicht hochgeladen. | Gruppenarbeit von vier Personen. Ein fremdes Dokument an einen externen Dienst zu geben, ist eine Weitergabe – dieselbe Entscheidung wie in Welle 3 bei der Karte. Verwendet wurde die eigene Bachelorarbeit. |
| Darf ein Modell entscheiden, ob ein Zitat stimmt? | Nein. Das macht ein Zeichenvergleich. | Ein zweites Modell würde eine Behauptung mit einer Behauptung prüfen. Die neun Prüfungen sind deshalb Zeichenvergleiche und Zählungen – nachvollziehbar, wiederholbar, ohne eigenes Urteil. |
| Darf ein Modell eine Lücke füllen? | Nein. null bleibt null. |
Nennt ein Kapitel keinen Zahlenwert, bleibt das Feld leer – und das Vokabular hat eigens den Wert „nicht angegeben“, damit kein Modell raten muss, um das Schema zu erfüllen. |
| Darf ein Modell den ÖNORM-Volltext sehen? | Nein. Nur die Zitate der Arbeit. | Kostenpflichtiges, geschütztes Regelwerk. Zitiert wird, was in der Bachelorarbeit steht, mit deren Seitenangabe. Was die Norm darüber hinaus sagt, steht hier nicht. |
Datenschutz, konkret
- Was hochgeladen wurde: 16 Seiten meiner eigenen, eidesstattlich erklärten Bachelorarbeit. Nichts sonst.
- Was nicht: fremde Dokumente, Arbeitgeberdaten, Zeugnisse, Bewerbungsunterlagen, Kontaktdaten Dritter.
- Der Schlüssel liegt in einer Datei außerhalb des Repositorys. Kein Schlüssel, kein Token und keine Verbindung steht im Code oder auf dieser Website.
- Was hier läuft, läuft im Browser. Die Demo sendet nichts. Was Sie dort sehen, sind aufgezeichnete Antworten und eine Prüfung, die vor Ihren Augen rechnet.
Wo der Mensch entscheidet
- Bei jedem Befund. E1, E3, E4 und E6 gehen auf eine Prüfliste, nicht in das Ergebnis. Die Maschine sortiert, sie urteilt nicht.
- Bei „nicht bewertbar“. Ein Normzitat ohne Jahr kann P6 nicht beurteilen – und behauptet es nicht.
- Am Ende. Das Ergebnis trägt „nicht freigegeben“, bis ein Mensch mit Namen unterschreibt. Siehe unten.
- Bei der Aufgabe selbst. Welche Felder, welche Sollmenge, welches Vokabular – das hat kein Modell entschieden.
Der Ablauf
Fünf Schritte, ein Skript. Der Punkt ist Schritt 4: Eine Extraktion, die alles übernimmt, was zurückkommt, ist keine Automatisierung, sondern eine Weitergabe des Risikos.
Die vier Körbe
- übernommen – alle neun Prüfungen ohne Befund.
- Prüfliste – E1, E3, E4, E6. Ein Mensch entscheidet; das Ergebnis wartet.
- verworfen – E2. Der Beleg steht nicht im Dokument. Keine Rückfrage, kein zweiter Versuch.
- fehlend – E5 aus P8. Das Unterkapitel bleibt als Lücke stehen und wird nicht geschätzt.
Der Fehlerpfad, ausgelöst
- Mit einem ungültigen Schlüssel:
Abbruch in Schritt 2 · Der Zugang wurde abgelehnt (401). - Das vorhandene Ergebnis blieb unverändert und behielt seinen Freigabestand. Kein Rückfall auf einen älteren Lauf, keine Teilmenge, die wie ein Ergebnis aussieht.
- Ebenso behandelt: erschöpftes Kontingent, keine Verbindung, abgeschnittene Antwort.
| Lauf | Ergebnis | übernommen | Prüfliste | verworfen | fehlend |
|---|---|---|---|---|---|
| Sonnet 5, ungültiger Schlüssel | Abbruch in Schritt 2 | nichts geschrieben | |||
| Haiku 4.5 | Freigabe steht aus | 11 | 2 | 0 | 0 |
| Sonnet 5 | Freigabe steht aus | 12 | 1 | 0 | 0 |
Der aktuelle Stand: eine Unterschrift fehlt
Der letzte Lauf liegt vor – 12 Datensätze übernommen, einer auf der Prüfliste (der Kennwert „drei bis fünf“ aus F4). Freigegeben ist er nicht. Das ist kein Versehen: Eine Freigabe, die ein Skript sich selbst erteilt, ist keine. Sie trägt einen Namen, einen Zeitpunkt und die Zahl der Fälle, die dabei gesehen wurden – nachzulesen im Protokoll.
Was dieser Ablauf im Verhältnis zur Zapier-Strecke zeigt
Auf Pflanzendatenbank und Automation steht eine gebaute, aber nie belegt gelaufene Zapier-Strecke – acht Schritte, Aufbau belegt, kein Lauf belegt. Was dort offenbleibt, ist genau das, was hier läuft: was geschieht, wenn der Modellschritt etwas Falsches liefert. Der Ablauf hier ersetzt die Strecke nicht und behauptet auch keinen Betrieb in einem Unternehmen. Er zeigt den Teil, der dort fehlt.
Grenzen
- Keine Berufserfahrung mit Dokumentextraktion oder KI-Betrieb. Dieser Fall ist 2026 für dieses Portfolio entstanden. Es gibt keine berufliche Station, in der ich so etwas produktiv betrieben hätte.
- Ein Dokument, eine Aufgabe, vier Läufe. 52 geprüfte Datensätze sind ein Beleg für die Denkweise, keine Evaluation.
- Die Prüfung prüft Belege, nicht Fachlichkeit. Dass ein Wert im Dokument steht, heißt nicht, dass er stimmt. Die Arbeit selbst ist eine Literaturarbeit ohne eigene Messungen.
- Die Kosten sind gerechnet. Tokenzahl laut Dienst mal Listenpreis, Stand 2. September 2026. Preise ändern sich.
- Kapitel 4 liegt im Browser. Die Prüfung braucht den vollen Kapiteltext – sonst könnte sie nicht feststellen, dass ein Zitat auf einer anderen Seite steht. 16 Seiten meiner eigenen Arbeit werden dafür mit ausgeliefert; die übrigen 53 nicht.
- Nur lokal geprüft. Alles auf dieser Seite ist auf meinem Rechner entstanden und dort geprüft.
Zum Nachrechnen
Extraktion, 52 Datensätze (CSV) Fehlerlog (CSV) Modellvergleich (CSV) Ablaufergebnis (CSV) Ablaufprotokoll (TXT)
Das Fehlerlog trägt in der ersten Spalte die Herkunft: „echter Lauf“
oder „bewusst erzeugter Testfall“. Die vier Rohantworten liegen unter
/tools/shared/recorded/ und werden in der
Demo im Browser neu
zerlegt und neu geprüft – nicht nacherzählt.
Weiterlesen
Die Prüfung läuft: Belegprüfung im Browser · dieselbe Belegregel an eigenem Text: Garden Intake · Automation ohne belegten Lauf: Pflanzendatenbank und Automation · das Dokument in anderer Verwendung: Policy Brief aus der Bachelorarbeit · zurück zum Einstieg für Daten und Prozesse.
Wenn das passt
Wenn Sie eine Rolle besetzen, in der Sprachmodelle produktiv eingesetzt werden sollen: Hier steht, wie ich sie kontrolliere – mit Prüfung gegen das Original, Fehlerklassen und einer klaren Grenze, wo ich kein Modell einsetze. Ich bin ab Oktober 2026 in Wien und Umgebung verfügbar; der Bachelor ist am 29. September 2026 abgeschlossen.