Automatisierung · Home Assistant

Smart Home: zwei Szenen, ein Merker-System

Herstellerübergreifende Integration der eigenen Wohnung – und eine selbstgebaute Zustandsverwaltung für Geräte, die keine liefern.

Diagramm: Ein Zigbee-Schalter löst per Einzelklick die Szene Nachtlicht und per Halten die Szene Gute Nacht aus. Beide greifen auf einen geteilten Zustand aus input_boolean-Merkern je Govee-Lampe zu.
Ablauf beider Szenen und das geteilte Merker-System.

Ausgangslage

Die eigene Wohnung ist herstellerübergreifend vernetzt: Home Assistant als Zentrale, Zigbee2MQTT für Schalter und Lampen, zusätzlich Govee-Leuchten, die nicht nativ in Home Assistant integriert sind. Zwei physische Mini-Schalter lösen je nach Geste unterschiedliche Szenen aus.

„Nachtlicht“ – Einzelklick

Aktiviert eine gedimmte Nachtbeleuchtung in warmem Orange-Rot: Deckenlampen auf 1 % Helligkeit, dazu in mehreren Räumen Govee-Lampen auf 5 % – bewusst kein kaltes Weiß, um die Melatoninausschüttung am Abend nicht zu stören.

In der Konfiguration steht für die Deckenlampen ein Magenta-Farbwert. Diese Leuchten sind in Home Assistant nicht farbkalibriert – der gesetzte Sollwert entspricht dort also nicht der Farbe, die im Raum tatsächlich ankommt. Sichtbar ist durchgehend warmes Orange-Rot.

„Gute Nacht“ – Schalter gedrückt halten

Schaltet die Beleuchtung strukturiert aus: alle Haupt-Lichter, Steckdosen und die Terrassenbeleuchtung sofort, die beiden Deckenlampen mit einem fünfminütigen Sanftauslauf statt hartem Abschalten.

Die eigentliche Herausforderung

Govee-Leuchten lassen sich in Home Assistant zwar an- und ausschalten, aber Home Assistant kennt ihren aktuellen Zustand nicht zuverlässig – es gibt kein sauberes Zwei-Wege-Feedback.

Ohne Zusatzlogik hätte „Gute Nacht“ entweder immer versucht, alle Govee-Lampen auszuschalten, oder Lampen übersehen, die anderswo eingeschaltet wurden.

Lösung

Für jede Govee-Lampe gibt es einen eigenen Merker (input_boolean). Wird eine Lampe über „Nachtlicht“ eingeschaltet, wird ihr Merker gesetzt. „Gute Nacht“ schaltet dann gezielt nur die Lampen aus, deren Merker gesetzt ist, und räumt ihn danach wieder auf.

Eine einfache, selbstgebaute Zustandsverwaltung für Geräte, die das nicht von sich aus mitbringen.

Was zeigt das?

Meine Wohnung besteht aus Geräten mehrerer Hersteller, die nicht dafür gebaut wurden, zusammenzuarbeiten. Ich habe sie so verknüpft, dass zwei Handgriffe genügen – und dabei ein konkretes technisches Problem gelöst: Ein Teil der Lampen meldet seinen Zustand nicht zurück, deshalb führt das System selbst Buch darüber, was es eingeschaltet hat.

Die Installation umfasst inzwischen 129 Geräte aus 10 Hersteller-Ökosystemen mit 969 Entitäten und 50 aktiven Automatisierungen. Die beiden hier gezeigten Szenen sind zwei davon.

Das ist dieselbe Denkweise wie in den anderen Arbeitsproben: eine fehlende Information nicht raten, sondern sie sichtbar und überprüfbar festhalten.

Diagramm und Erklärtext habe ich mit Claude aus meiner bestehenden Home-Assistant-Konfiguration aufbereitet; Automatisierungslogik und Merker-System stammen von mir.

Grenzen

  • Diese Arbeitsprobe ist kein Skript und kein Softwareprodukt. Sie dokumentiert eine Konfiguration, die in Home Assistant läuft.
  • Die zugrundeliegende YAML-Konfiguration liegt nicht in den Projektunterlagen. Sie läuft in der Home-Assistant-Installation der Wohnung; öffentlich gezeigt werden nur diese Beschreibung und das Diagramm.
  • Die Automatisierung ist auf genau diese Wohnung, diese Geräte und diese Raumaufteilung zugeschnitten. Sie ist nicht als übertragbare Lösung gedacht.
  • Das Merker-System ersetzt keine echte Zustandsabfrage: Wird eine Lampe außerhalb von Home Assistant geschaltet, etwa direkt in der Hersteller-App, weiß der Merker davon nichts.